Wie es begann
 

Alles was uns beschäftigt, was uns ausmacht und was uns wichtig ist, hat eine frühe Ursache.

Nun gibt es Leute, denen es absolut schnuppe ist, warum sie etwas tun, warum sie bestimmte Vorlieben haben und was für Ereignisse in ihrem Leben sie zu dem gemacht haben, was sie nun sind.

Und dann kann es sein, dass man aufgrund einer einfachen Frage eines Menschen, den man erstmals getroffen hat, zum Nachdenken animiert wird.

Genau das ist mir passiert, als ich von einem Herrn von der heimischen Zeitung im Rahmen einer Lesung des Buches, Dem Irrtum sei Dank, gefragt wurde, wann meine Schreiberei angefangen habe.

Ja, wann fing das eigentlich an?

Mit zwölf hatte ich bereits einige Romanfiguren entwickelt und trotzdem war das nicht der Anfang gewesen... Eigentlich hatte ich immer gesagt, mit zwölf fing das an, aber war es nicht so, dass Fenda Loras schon vorher in meinen Gedanken präsent war?

Ja, als Georg und ich uns überlegten, ein Buch zu schreiben, wir waren zehn, fiel mir sofort und spontan der Titel ein:

Die letzten Tage aus dem Leben des FENDA LORAS!
Tatsächlich, ohne irgend einen Gedanken vorher bezüglich dieses Namens gehabt zu haben, war der Titel und der Name da.

Natürlich hat Fenda Loras im DEM IRRTUM SEI DANK diese Welt oder auch diese Zeit verlassen, aber ich bin nie auf die Idee gekommen die Tage vor diesem Irrtum zu beschreiben.

Und dann fiel es mir wieder ein.

Mit 8 Jahren, 1964, bin ich mit meinen Eltern und meiner Cousine Christa zur Nordsee verreist. Wir waren in Dunen bei Cuxhaven.

Wie es in den Sechzigern so üblich war, haben wir eine "herrenlose" Sandburg übernommen und mir Muscheln die Nummer unseres Käfers...

Als ich Kopfschmerzen bekam, hatte man damals - so auch meine Eltern - Skrupel Medikamente zu benutzen, aber das Aushalten der Schmerzen war die Hölle.

Also verbrachte ich drei Tage, während der Rest der Familie in der Sandburg hauste, im Käfer, der mit Decken gegen die Sonne abgedeckt war.

Viel konnte ich nicht machen, in dieser Situation. Im Käfer war nicht viel Platz und zum Lesen hatte ich keine Comics...

Meine Cousine schlug mir vor, eine Geschichte auf zu schreiben.

Ich schrieb über einen Einbruch und weil ja bekannt ist, dass die Täter zum Tatort zurück kehren, legte sich der Detektiv in der nächsten Nacht auf die Lauer.

Tatsächlich kehrte der Täter zurück und der Detektiv schaffte es, ihn fest zu nehmen.

Also fing die Schreiberei an, als ich 8 war, 1964.